Die mit dem Wolf schreiben

Autorenseminar im Europahaus Aurich mit Bestseller-Autor Klaus-Peter Wolf

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Gruppenbild mit Wolf (v. l.): Andreas Edelhoff, Christian Jaschinski, Jule Goelsdorf, Manfred C. Schmidt, Christiane Franke, Alexa Stein, Natascha Manski, Elise Andresen-Bunjes, Mirjam Phillips, Brigitte Ahlers, Klaus-Peter Wolf, Christiane Nitsche

 

AURICH. Für einige Teilnehmer ist es schon eine Art „Familientreffen“: das alljährliche Seminarwochenende mit Bestseller-Autor Klaus-Peter Wolf („Ostfriesenkiller“, „Totenstille im Watt“) im Europahaus Aurich. Seit neun Jahren kommen dort Autoren zusammen, um unter Anleitung des populären Schriftstellers an ihren jeweiligen Projekten zu arbeiten: Romane, Kurzgeschichten, Drehbücher. Mit dabei in diesem Jahr so namhafte Kollegen wie etwa Christiane Franke, die das Seminar federführend organisiert. Entstanden ist die Tradition des gemeinsamen Autorenseminars noch unter der Ägide des „Arbeitskreis Ostfriesischer Autoren“, seit einigen Jahren nehmen aber auch Nachwuchsautoren aus anderen Regionen teil, etwa aus dem Lipper- und Münsterland oder aus dem Ruhrgebiet.

Ob Krimi, Jugendbuch, Science Fiction oder Fantasy, ob eingebettet in die ostfriesische Landschaft, in fantastische Zwischenwelten oder Zukunftsszenarien: Immer wieder geht es dabei ums Thema Figurenentwicklung. „Was muss meine Figur haben, damit ich als Leser bereit bin, ihr zu folgen?“, lässt Klaus-Peter Wolf seine Teilnehmer fragen. In Rollenspielen und Diskussionen nähern sich die Seminaristen aber auch Fragen nach Plot Points, Dialogführung und der jeweils richtigen Sprache – stets nach dem von Klaus-Peter Wolf gern zitierten Leitsatz seines eigenen Lehrmeisters Max von der Grün: „Schreibe so, dass ein Arbeiter dein Buch einem Professor erzählen kann, ohne dass der sich dabei langweilt.“

Über die Jahre sind aus Klaus-Peter Wolfs Seminaren heraus immer wieder erfolgreiche Autoren hervorgegangen und Romane, Drehbücher oder Anthologien umgesetzt worden. Jüngste Beispiele: Christian Jaschinskis „Mörderisches Lipperland“ und Jule Goelsdorfs „Mörderisches Monaco“. Aber auch Manfred C. Schmidts „Kaltblut“ und die Küstenkrimi-Reihe von Christiane Franke waren immer wieder ein gemeinsames Thema.

Am Ende eines so arbeitsreichen wie anregenden und unterhaltsamen Wochenendes kehrten in diesem Jahr wieder elf Autoren mit „Hausaufgaben“ zurück an ihre Schreibtische. Im nächsten Jahr wird es entsprechend reichlich Stoff geben, um sich auszutauschen. Dann findet das Seminar in dieser Form zum zehnten Mal statt. Klaus-Peter Wolf beim Abschied: „Ich freue mich schon jetzt, euch alle wiederzusehen.“

 

Text und Bild: Christiane Nitsche

 

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Weihnachtsgeschichte

Die Kugel verfehlte ihn nur um ein paar Millimeter, aber seine reflexartige Ausweichbewegung brachte ihn trotzdem zu Fall. Hysterisch schrie eine Frau auf, während sein Gesicht im hohen Flor des Wohnzimmerteppichs versank.

Blitzschnell sah er sich um; das war gerade nochmal gut gegangen; beinahe hätte es für ein Familiendrama gereicht – und das an Weihnachten.

Er blickte herüber zu seiner Frau, signalisierte ihr, dass die Gefahr vorüber sei und hob die Kugel vorsichtig auf, die neben ihm auf dem Flokati zu liegen gekommen war. Sanft pustete er die Teppichfasern von ihrer glänzenden Oberfläche und hing sie unversehrt an den Baum.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest!